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Ehemalige Werkstatt

Ehemalige-Werkstatt-Leonhard-Panzenboeck
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Der Umbau einer ehemaligen Werkstatt im Ortskern eines niederösterreichischen Dorfes schafft mit minimalen Mitteln einen neuen Kulturraum für die Dorfgemeinschaft. Das Gebäude liegt im historischen Kern einer mittelalterlichen Kirchensiedlung und ist Teil eines bäuerlichen Hofensembles. Seine Substanz reicht bis zu den Sandsteinmauern eines früheren Langhofes zurück. In der Nachkriegszeit wurde der Kopfbau verbreitert, um eine Tapeziererwerkstatt unterzubringen. Eine spätere Aufstockung entstand auf ungewöhnliche Weise: Eine Kundin konnte eine offene Rechnung nicht bezahlen und beglich sie mit Baumaterial.

Als auch die Werkstatt schließlich aufgegeben wurde, stellte sich die Frage nach der Zukunft des Gebäudes. Statt energetischer Aufrüstung oder Abriss wurde ein dritter Weg gewählt: weniger bauen statt mehr. Gleichzeitig entstand bei den Bauherr:innen der Wunsch, einen Raum für Lesungen, kleine Konzerte, Filmabende oder Ausstellungen zu schaffen, der der Dorfgemeinschaft offensteht.

Der Eingriff blieb bewusst minimal. Durch das Entfernen der Zwischendecke wurde das vorhandene Raumvolumen freigelegt und ein nahezu würfelförmiger Raum geschaffen. Freigelegte Dachkonstruktion und unverputztes Mauerwerk machen die Bauphasen des Hauses sichtbar und erzählen von den Generationen, die daran weitergebaut haben. Seine massive Hülle wirkt klimatisch ausgleichend: im Sommer kühl, in der Übergangszeit geschützt vor Wind und Regen und im Winter wärmer als draußen. Der Raum wird so zum Resonanzraum der Jahreszeiten, in dem Feste und Begegnungen im Rhythmus des Klimas stattfinden.

 

 

2021-2023

 

Umbau einer Werkstatt zu einem Veranstaltungsraum in Niederösterreich

Fotografie: Paul Sebesta